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Nächster Stammtisch:
14. August 2026
Minigolf am St. Leoner
See, ab 19 Uhr
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Frühe Automobile und
Jugendstil
Ausflug nach Frankfurt
und Darmstadt am
10. Juni 2026
Das Wetter gab Anlass zur
Sorge, als wir am Harres zu unserem Ausflug nach Frankfurt und Darmstadt
starteten; die
grauen Wolken verhießen nichts Gutes. Aber der Wettergott meinte
es - abgesehen von einem einzigen Donnerschlag und ein bisschen
Nieselregen kurz vor der Rückfahrt - gut mit uns. Nach eineinhalb
Stunden Busfahrt machten wir Station im Frankfurter Gallusviertel,
wo uns eine Führung durch die "Technische Sammlung Hochhut"
erwartete.
Der Frankfurter
Unternehmer Fritz Hochhut hatte über Jahrzehnte hinweg Fahrzeuge,
Motoren, Dampfmaschinen und andere Objekte aus den Bereichen Antriebe
und Transportmittel gesammelt. Nach seinem Tod wurde die private Sammlung in
eine Stiftung umgewandelt und zur Besichtigung freigegeben. Hier
führte uns also ein langjähriger Mitarbeiter der Firma Hochhut mit
viel (Hintergrund-)Wissen und Humor durch die drei Räume der
Ausstellung. Der erste Raum stand im Zeichen der
Oldtimer-Automobile und der seltenen Motorräder: Wir bestaunten
u.a. einen Bergmann Piccolo Baujahr 1898, das zweitälteste Auto mit
Straßenzulassung in Deutschland; den Stanley Dampfwagen Baujahr
1902, das Replikat des Benz Patent-Motorwagens Nr. 1, den Citroën
C4 CV Torpedo Baujahr 1922, einen De Dion Bouton UB9 Baujahr 1903
und auch eine Laufmaschine nach Freiherr von Drais aus dem 19.
Jahrhundert. Unter den Motorrad-Raritäten stach eine äußerst seltene
Zweizylinder-Imme R 175 von 1954 hervor.

Fotos: Willi V.
Ein Seitensteuer-Dreirad,
wie es in grauer Vorzeit von mutigen Damen gefahren wurde, fand
besondere Aufmerksamkeit. Damit es nicht umkippte, war ein
zusätzliches großes Stützrad an der linken Seite angebracht.
Natürlich musste es von einem weiblichen Mitglied unserer Gruppe
zur allgemeinen Belustigung auf Funktionsfähigkeit geprüft werden. Es
kippte nicht um ...
Den kleineren zweiten Raum
der Ausstellung nahmen zur Gänze Vitrinen mit außergewöhnlichen
Modellen historischer Dampfmaschinen und Motoren ein. In der anschließenden
großen Halle bot sich dem Auge dann ein verwirrendes
Sammelsurium von Motoren in allen Größen und aus allen Epochen, in
dem u.a. ein gigantischer russischer Schnellbootmotor die Blicke
auf sich zog.

Uff - nach so vielen Schaustücken und
Informationen hatten wir
uns das Mittagessen verdient, das wir nach kurzer Fahrt gut
bürgerlich am Darmstädter Luisenplatz zu uns nahmen. Nach dem Essen konnte, wer
Zeit und Lust hatte, noch die Gelegenheit nutzen, die nähere
Umgebung des zentralen Platzes zu erkunden.
Nach der Mittagspause folgte programmgemäß der kulturelle
Weitsprung vom frühen
Automobil in Frankfurt zur Wiege des Jugendstils auf der
Darmstädter Mathildenhöhe. Beide Kulturwelten sind sich bei
näherem Hinsehen jedoch näher, als man gemeinhin so denkt.
Denn der geistig-technische Lebensbereich um das frühe Automobil ist von
dem geistig-künstlerischen des Jugendstils ähnlich weit
entfernt wie Darmstadt von Frankfurt - nur einen Katzensprung!
Jugendstil und Automobil
entstanden beide in einer Zeit des Umbruchs einer Gesellschaft,
die ihren Blick statt nach rückwärts nach vorne zum Modernen
richtete. Von Konstrukteuren wie Künstlern wurde das Automobil um
1900 sowohl als neues, technisches Alltagsobjekt als auch als
ästhetisches Gesamtkunstwerk betrachtet; entsprechend findet sich
die geschwungene Formensprache des Jugendstils z.B. in den Karosserien
und den geschwungenen Kotflügeln der ersten Automobile wieder;
Kühlerfiguren, geschwungene Lampengehäuse und handgefertigte
Armaturenbretter weisen oft unverkennbare Jugendstil-Elemente auf.
Besonders sinnfällig wird die Verbundenheit der beiden Sphären in
den einschlägigen Werbeplakaten des Jugendstils, in denen dieses
moderne Lebensgefühl gestaltet und die Produkte der
Automobilindustrie zur Kunst erhoben werden.
Um den Faden des Berichts wieder aufzunehmen:
Unser Busfahrer setzte uns also mitten zwischen den zwei Darmstädter
Hauptsehenswürdigkeiten ab - zum einem dem Park Rosenhöhe, zum
andern der berühmten Mathildenhöhe -, die günstigerweise eng beieinander
liegen. Jedem war es nun selbst überlassen, wie und wo er
seinen Nachmittag verbringen wollte.

Der Berichterstatter und
seine Begleitung wandten sich zuerst dem Park zu, den die
großherzogliche Familie von Hessen-Darmstadt Ende des 19.
Jahrhunderts hatte anlegen lassen: Zwischen alten
Baumriesen, Stauden und Kräutern ließ es sich wunderbar
lustwandeln. Das Wahrzeichen des Parks ist der
Rosendom im Rosarium des Parks mit seiner kuppelgekrönten
Rosenpergola. Rings bietet sich ein prächtiges Farbenspiel
Tausender von Rosen.
Nach
dem Spaziergang durch den Park
lokalisierten wir im Hinblick auf das gesellige Zusammensein am
späten Nachmittag einen nahegelegenenen Biergarten, in dem wir
natürlich kurz einkehrten; und darauf ging's um die
Ecke auf die Mathildenhöhe, benannt nach der Großherzogin Mathilde
und seit einigen Jahren als
UNESCO-Kulturerbe anerkannt. Hier war um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die
Wirkungstätte der Darmstädter Künstlerkolonie. 1899 berief
Großherzog Ernst Ludwig sieben Jugendstilkünstler hierher (u. a. Joseph
Maria Olbrich und Peter Behrens), die neuzeitliche und
zukunftsweisende Bau- und Wohnformen erarbeiten sollten - und
das auch taten.

Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude und
Russische Kapelle
So entstand das
weltberühmte Jugendstil-Bauensemble mit den von den Künstlern
entworfenen Privathäusern, dem Museum der Künstlerkolonie und dem
Herzstück des Areals, dem Ausstellungshaus mit dem 50 m hohen
Hochzeitsturm, der zu Darmstadts Wahrzeichen wurde. Er war
ursprünglich gedacht als Geschenk der Stadt Darmstadt an das
großherzliche Paar anlässlich ihrer Hochzeit; heute finden in den
historischen Fürstenzimmern des Turmes jährlich rund 500
Trauungen im Jugendstil-Ambiente statt. Von der Aussichtsplattform
bietet sich dem Besucher ein Rund- und Ausblick
über die Stadt und bei klarem Wetter bis zur Pfalz.

Das
Gebäudeensemble auf der Mathildenhöhe komplettiert die auf
importierter russischer Erde errichtete
Kapelle im Stil russischer Kirchen des 16. Jahrhunderts.
Auftraggeber war Zar Nikolaus II., der bei Besuchen in der Heimat
der Zarin Alexandra, gebürtige Prinzessin Alix von
Hessen-Darmstadt, nicht auf ein eigenes Gotteshaus für seine
Familie und seinen Hofstaat verzichten mochte.
Nachdem solchermaßen unser Kulturdurst gestillt war, machte sich
der physische Durst bemerkbar, der dann auch im nahegelegenen
Biergarten gestillt wurde - bis der oben erwähnte Donnerschlag uns
zur Heimreise gemahnte.
Schön war's, und unser
Dank geht an Edmund für die wie immer vorbildliche
Vorabinformation und Organisation. Mit dem Wetter hatte es
geklappt, der Ausflug war gelungen, jedem hat's gefallen.

Schwanentempel; im
Hintergrund das Peter-Behrens-Haus
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Historische Fotos von Peter
Schmitteckert:
Oldtimer-Korso zur 775-Jahrfeier
von Kirrlach am 26. Juli 2009
Bildergalerie
(56 Fotos)
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Frühlingsausfahrt zu einem etwas anderen
Museum
14. Mai 2025
In Deutschland gibt es
viele große Technikmuseen, aber wohl keins, das einen solch urigen
Charme verströmt wie das private Fahrzeugmuseum in Marxzell - kein
Museum, wie man es sonst kennt, in dem alles hinter Glas oder
Absperrung, aufgeräumt, aber steril vor Augen tritt. Diese
besondere Atmosphäre macht den Reiz aus, den andere Museen in
ihrer Nüchternheit oft nicht haben; und gerade deswegen nahm u.a.
auch unsere Frühlingsausfahrt die kleine Schwarzwaldgemeinde zum
Ziel.

Fotos: Evelyn
Nachdem der größte Teil
von uns sich im idyllisch gelegenen Waldbronner Restaurant
Kochmühle beim gemeinsamen Mittagessen gestärkt (und sich
damit etwas verspätet) hatte, warteten die übrigen Teilnehmer
schon vor dem Museum in Marxzell.
Von außen wirkt das Museum
wie ein harmloser Trödelladen. Am Eingang empfängt den Besucher
eine alte Straßenbahn und ein verrostetes Panzerfahrzeug; ist man
aber erst einmal durch einen dunklen Korridor eingetreten, öffnet
sich der Kosmos einer gigantischen Sammlung, präsentiert - trotz
der enormen Ausstellungsfläche von 3600 qm - auf engstem Raum, die
einen auf den ersten Blick überwältigt. Auf drei Stockwerken sind
bei weitem nicht nur Fahrzeuge ausgestellt: Unzählige Autos,
Motorräder, Traktoren, Feuerwehrautos stehen zwischen technischen
Geräten aller Art: Nähmaschinen, mechanische Musikinstrumente,
Grammophone, Telefone, Radios, Filmgeräte, Kameras und Uhren.
Puppen, Küchengeräte, Werkzeuge, Flugzeug- und Schiffsmodelle,
landwirtschaftliche Geräte, ausgestopfte Tiere usw. machen das
Museum gleichzeitig zum Heimatmuseum und zur kulturgeschichtlichen
Fundgrube. Die zahlreichen Raritäten und Unikate im Einzelnen
aufzuzählen, würde den Rahmen des Artikels sprengen;
stellvertretend seien deshalb nur Fords Modell T, Queen Marys
Rolls Royce oder etwa der Feuerwehrhubschrauber in der großen
Halle hervorgehoben.

Nachdem jeder, einzeln
oder in Grüppchen im Labyrinth der Exponate umherirrend, je nach
speziellem Interesse Schwerpunkte für sich gesetzt und sich in
fachlich fundierte Gespräche vertieft hatte, setzte man sich zum
guten Schluß, erschlagen von den vielfältigen Eindrücken, mit
Wolfgang Reichert, dem Herrn über dieses Sammeluniversum - sein
Vater hatte 1960 den Grundstein dazu gelegt -, zum lockeren
Plausch zusammen, bei dem es natürlich vor allem um Oldtimer ging.
Die Vorführung eines historischen Stummfilms im Museumskino setzte
sodann den Schlusspunkt unter eine gleichermaßen informative wie
anregende Exkursion.


Veröffentlicht in den
Gemeindenachrichten St. Leon-Rot (23. Mai 2025)
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Vier Tage in der Goldenen Stadt
9.- 12. September 2024

Fotos: Willi
Der Wettergott meinte es gut mit uns,
waren doch für die zweite Septemberwoche in Tschechien schwere
Niederschläge prognostiziert worden; so aber kam zum Glück unsere
Prag-Reise dem großen Regen gerade noch zuvor.
Auf die schönen und geselligen Tage in
der tschechischen Metropole stimmte uns bereits auf der Hinfahrt
ein Zwischenstopp in Pilsen ein; in der dortigen Pilsener
Urquell-Brauerei erwartete uns nämlich eine informative
Führung, die im labyrinthischen Brauereikeller neun Meter unter
der Erde in einer Bierverkostung direkt aus dem monumentalen
Eichenfass gipfelte. Im übrigen war auch die Besichtigung der
historischen Brauanlagen, des modernen Sudhauses und der Fülllinie
der riesigen Abfüllanlage mit einer Kapazität von 120.000 Flaschen
pro Stunde durchaus beeindruckend. Nach weiteren eineinhalb
Stunden Fahrt hatten wir dann unser Ziel erreicht: Die "goldene
Stadt" Prag empfing uns mit einem vorzüglichen Hotel nahe der
historischen Altstadt, wo ein angenehmer Abend in geselliger Runde
den ersten Reisetag beschloss.

Auf dem Gelände der Pilsener
Urquell-Brauerei (Foto: Hans-Jürgen)
Am nächsten Tag startete bereits früh am
Morgen unser offizielles Programm; die einheimische Führerin
informierte bereits auf der Busfahrt ins Zentrum kenntnisreich
über allerlei Wissenswertes, bevor sie uns zu Fuß über die
Jugendstilbrücke Čechův most in die Altstadt geleitete;
genauer gesagt, direkt in die Pařížská, die luxuriöste
Einkaufsmeile in Prag, wo so ziemlich alles versammelt ist, was
Rang und Namen in der internationalen Modewelt hat. Die prächtigen
Gebäude entlang der Pariser Straße stammen überwiegend aus der
Zeit des Jugendstils und spiegeln die Eleganz und den Reichtum der
damaligen Zeit wider. Der Boulevard führt in das Herz des
ehemaligen Judenviertels, das nach der Judenemanzipation unter
Kaiser Joseph II. und der Aufhebung des Ghettos immer mehr verfiel
und am Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde; nur sechs von
ursprünglich neun Synagogen und Teile des jüdischen Friedhofs
blieben erhalten.
Die Pařížská mündet in den
Altstädter Ring, den ältesten Platz Prags, den die gotische
Teynkirche, die barocke Nikolauskirche, das historischen
Altstädter Rathaus und vollbesetzte Freiluftcafés säumen. Um das
Denkmal des Reformators Jan Hus und die Mariensäule pulsiert das
(Touristen-)Leben, wimmelt es von Menschen, und wenn der
Sensenmann an der Astronomischen Uhr am Rathaus zur vollen Stunde
mit der Glocke klingelt, gibt es im Vorfeld der weltberühmten
Sehenswürdigkeit kein Durchkommen mehr.

Altstädter Ring und Teynkirche
Durch verwinkelte Altstadtgassen zog
unsere Gruppe weiter zur Moldau und zum Wahrzeichen der Stadt, der
Karlsbrücke (benannt nach Kaiser Karl IV., dem Herrscher zur Zeit
der Prager Blüte im 14. Jahrhundert), die die Altstadt auf dem
rechten Moldau-Ufer mit der Kleinseite auf dem linken Ufer
verbindet und einen prachtvollen Blick auf Fluss und den
Hradschin mit Burg und Veitsdom gewährt. Eben dieser Burgberg
mit Besichtigung der komplexen Burganlage und des monumentalen
Veitsdomes stand dann auch im Mittelpunkt unseres zweiten
Führungsvormittags.

Auf dem Wenzelsplatz
Ein Höhepunkt unseres Prag-Aufenthaltes
war fraglos der abendliche Schiffsausflug auf der Moldau mit
Abendessen und musikalischer Umrahmung. Ansonsten blieb es in den
zur freien Verfügung stehenden Stunden jedem selbst überlassen,
z.B. eins der typischen Altstadtlokale zu besuchen oder die Stadt
auf eigene Faust weiter zu erkunden. Geschichte ist ja
allgegenwärtig. Der riesige Wenzelsplatz etwa, auf dem sich 1969
Jan Palach aus Protest gegen den Einmarsch russischer Truppen
verbrannte und 1989 Vaclav Havel und Alexander Dubcek die "Samtene
Revolution" einläuteten, Kafkas Geburtshaus oder die zahlreichen
historischen Gebäude zeugen davon.

St. Nikolaus auf der Kleinseite
Auf der Rückfahrt bot der zweistündige
Aufenthalt in Franzensbad, dem kleinsten und beschaulichsten, für
manche aber auch dem Juwel der böhmischen Kurorte, eine
willkommene Unterbrechung. Für alle Teilnehmer unserer Reise aber
stand fest: Prag gehört zweifellos zu schönsten und
besuchenswertesten Städten Europas.
Großer Dank gebührt Helga, die einmal
mehr die Mühen der Reiseorganisation übernommen hatte und für den
reibungslosen Ablauf der Reise sorgte.
(Gekürzt veröffentlicht in den
Gemeindenachrichten St. Leon-Rot vom 26. September 2024)

Im Kurpark von Franzensbad
Prag-Album
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Edmund Schmitt
Wie alles begann...
Pioniere im Motorradbau: Reitwagen, Hildebrand & Wolfmüller
und Rüb & Haab
Es war die richtige
Entscheidung, eine Führung mit Sven Heimberger, dem
wissenschaftlichen Mitarbeiter des Deutschen Zweirad- und
NSU-Museums Neckarsulm, zu buchen – nur so war es überhaupt erst
möglich, sich einen sachkundigen Überblick über die Vielzahl der
Oldtimer verschaffen zu können und gleichzeitig viel Interessantes
im Detail zu erfahren - ein Schnelldurchgang durch die
Entwicklungsgeschichte des Motorrads.
Ohne diese Führung, wäre es ein eher
“lebloser” und oberflächlicher Rundgang geworden!
Das Bild
“Reitwagen, Hildebrand u. Wolfmüller, Rüb u. Haab” zeigt Sven
Heimberger zwischen dem “Reitwagen” und dem 1. Serienmotorrad von
Hildebrand & Wolfmüller – im Vordergrund das Fahrzeug von Rüb &
Haab - alle drei “Motorräder” sollen hier nachfolgend näher
beschrieben werden – Sven Heimberger war immer bereit meine Fragen
umgehend und ausführlich zu beantworten – vorbildlich!
Mit dem ersten
schnelllaufenden, kompakten Verbrennungsmotor, den Daimler und
Maybach zusammen entwickelt haben und der 1885 patentiert wurde,
gelang die erste motorisierte Fahrt eines Straßenfahrzeugs mit
einem Verbrennungsmotor! Davor gab es das nur mit schwerfälligen
Dampfmotorantrieben.
Um eine ausreichende Leistung aus einem
relativ kleinen Motor herauszuholen, war eine höhere Drehzahl
notwendig, wie aus der Formel
“Leistung =
Drehzahl mal Drehmoment”
ersichtlich ist.
Da aber dieser
kleine Motor mit seiner kompakten Bauform keinen langen Kurbelarm
für ein hohes Drehmoment haben konnte, blieb nur noch die
Möglichkeit die Drehzahl zu steigern, was dann auch gelungen ist.
Der sog.
Reitwagen von Daimler
und Maybach mit seinen 2 Laufrädern + seitlichen
Stützrädern, kann als das erste Motorrad der Welt betrachtet
werden.
Die Absicht
war aber gar nicht ein “Motorrad” zu bauen, sondern zu beweisen,
dass dieser Motor geeignet war ein Fahrzeug zu bewegen –
eine Kutsche wäre für den Motor zu schwer gewesen. Der “nur” 60 kg
schwere Motor (scherzhaft “Standuhr” genannt) mit Glührohrzündung
und Oberflächenvergaser leistete bei 600 U/Min. ca. 1/4 bis 1/2 PS
– damit konnte man 12 km in der Stunde zurücklegen.
Nachfolgender
Link zeigt ein Video von einer Fahrt mit diesem “Reitwagen”:
https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Reitwagen+Daimler#fpstate=ive&vld=cid:5658bd42,vid:_q1vDl8SQfg,st:0
Gleich links daneben ist das
1. Serienmotorrad von
Hildebrand & Wolfmüller aus München zu sehen, an
dem auch Ludwig Rüb (siehe unten) mitentwickelt hat.
Eigentlich war
diese Konstruktion gegenüber dem Reitwagen motorisch gesehen ein
Rückschritt: die 2 Pleuelstangen greifen direkt an die Hubzapfen
links und rechts am Hinterrad, das sozusagen die Kurbelwelle war –
genau wie beim Antrieb einer Dampflok – ein schützendes
Kurbelgehäuse konnte es hier nicht geben. So ein Direktantrieb ist
aber nur mit einer ausgeprägt elastischen Charakteristik des
Motors möglich, der quasi aus dem Stand heraus (Drehzahl Null)
hochdrehen kann. Ein Getriebe und eine Kupplung wurden nicht
benötigt – wie bei einer Dampflok auch – oder auch bei einem
Elektromotor.
In der
Fahrpraxis heißt das dann: Motor mittels Anschieben des Fahrzeugs
zum Laufen bringen und bei den ersten Zündungen sofort aufspringen
– dazu gehörte schon etwas Übung, Mut und Sportlichkeit. Einfacher
ging’s mit einer 2. Person (falls anwesend), die das Gefährt
anschiebt. Den Motor bergabwärts zu starten wäre eine 3.
Möglichkeit, die aber im Flachland nicht möglich ist.
Es gehörte
also schon Pioniergeist und Zähigkeit dazu, sich mit der neuen
Technik auseinanderzusetzen. Zum Abstellen des Motors wurde
vermutlich einfach das Gas aus dem Oberflächenvergaser zugedreht.
1894 hat dann
die Serienfertigung begonnen.
Die
Motordaten: 2 Zylinder, 1,5 Liter Hubraum und 2,5 PS bei 240
U/Min.. Mit einer geringen Literleistung von nur 1,7 PS/1 Liter
verhält sich der Motor elastisch wie eine Dampfmaschine. Mit der
geringen Verdichtung von nur 3:1 war auch das Anschieben nicht
allzu schwer. Für die damalige Zeit erstaunliche 40 km/Std. wurden
in der Standardausführung erreicht - Rekord waren 72 km/Std. –
vermutlich in einer Sonderausführung und/oder explosiverem
Treibstoff?
Zum 1. Mal war vom “Motor-Rad” die Rede.
Unter
nachfolgendem Link ist das erste Serienmotorrad der Welt in Aktion
zu sehen:
https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Hildebrand+%26+Wolfm%C3%BCller+#fpstate=ive&ip=1&vhid=1y2roRpvRXQilM&vld=cid:615ddec9,vid:JtE5hugBTmo,st:0&vssid=l
Ludwig Rüb (ehemals bei
Hildebrand & Wolfmüller) zusammen mit seinem Dreher
Christian Haab hatten eine andere Idee zum Bau eines
Motorrades, wie aus den Bildern zu ersehen ist – eine erste, dann
aber verworfene Konstruktion, hatte Kardanantrieb (!) zum
Hinterrad und einen hoffnungslos großen “Tandemmotor” (2 Kolben im
Zylinder hintereinander durch eine Kolbenstange verbunden). Die im
Museum ausgestellte 2. Version hat einen “Einkolbenmotor” und
Riemenantrieb.
Ein
wesentlicher Unterschied gegenüber Hildebrand & Wolfmüller ist der
schnelllaufende Motor, der dann auch eine entsprechende
Untersetzung zum Hinterrad benötigt.
Eine Kupplung
hatte auch dieses Fahrzeug nicht, laut Sven Heimberger, auch wenn
es so aussieht, als ob die Spannrolle eine Kupplungsfunktion haben
könnte – das verwundert schon sehr!
Wieso diese greifbar naheliegende Idee
nicht aufgegriffen wurde !? Diese Spannrolle diente
lediglich nur zum Spannen des Riemens nach der Montage und zum
Nachspannen des Riemens, der sich im Betrieb längte – auch Technik
kann unterfordert sein.
Gestartet wurde der Motor wie bei der
Hildebrand & Wolfmüller – als weitere Möglichkeit gab es hier aber
noch das Tretpedal – das war bei
der
Übersetzung (Riemenreifen am Hinterrad zum Motor hin) trotz
geringer Verdichtung von 3:1, wohl recht anstrengend - ein
Dekompressionsventil gab es nämlich nicht.
Der
Viertaktmotor hatte ein sog. atmosphärisches Einlassventil
(Schnüffelventil) und ein gesteuertes Auslassventil – diese Lösung
sollte es noch bis in die 20-er Jahre hinein bei sehr vielen
Motoren geben.
Die Leistung
lag bei 1/2 PS bei angenommenen 700 U/min., Bohrung 53mm, Hub 105
mm, also ein ausgeprägter Langhuber mit 235 ccm und einer geringen
Verdichtung von 3:1. 1896 kam eine elektrische Zündung dazu! Eine
Verbesserung war danach der Abschnappzünder von Bosch.
Auf dem Tank
sitzt der “Gas-Hahn” mit 2 Regulierhebeln, der eine reguliert den
Durchlaß der verdunsteten Treibstoffgase aus dem
Oberflächenvergaser, der andere vermutlich die Luftmenge zur
Einstellung des Mischungsverhältnisses: “fett” zum Starten bis
“normal” für den warmgelaufenen Motor.
.JPG)
(Fotos: Edmund)
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Der kleine
“Dom” auf dem Tank (auf dem Bild nicht sichtbar) dient der Tankentlüftung und das 3. Teil aus
Glas auf dem Tank erinnert sofort an einen Öler zur einfachen
Kontrolle des Ölvorrats – von hier aus geht eine Leitung direkt an
den unten offenen Innenteil des Zylinders. Das Pleuellager hatte
einen eigenen Öler und das Kurbelwellenlager einen Schmiernippel.
Zylinder und Pleuellager waren als Verlustschmierung, auch
Frischölschmierung genannt, konstruiert, d.h. das Öl ist nach
erfolgter Schmierung auf die Straße getropft.
Mit einem Hebel
rechts am Tank wird über ein Gestänge, das zu einem dosenähnlichen
Gehäuse führt, der Zündzeitpunkt verstellt.
Die Zündanlage, die sich in diesem Gehäuse befindet,
entspricht übrigens nicht dem Original und ist als Batteriezündung
nachgerüstet worden. Direkt
dahinter ist ein ovales Gehäuse zu sehen in dem sich die
Steuermechanik für das Auslassventil befindet.

Rüb und Haab Motorrad 1895
- Detail |
Der Restaurator war übrigens kein
Geringerer als Karl Reese.
https://www.oldtimer-markt.de/aktuell/Karl-Reese-ist-tot
Was allen
Motorrädern bis dahin noch fehlte, war also eine Kupplung
(idealerweise vom Lenkrad aus bedienbar – Bowdenzüge kamen aber
erst später) – das hätte das Starten des Motors und das Losfahren
schon etwas erleichtert – als weiteren zusätzlichen Komfort
noch einen Kickstarter dazu und der Startvorgang hätte
nahezu problemfrei verlaufen können: auskuppeln – antreten –
einkuppeln (losfahren); ich spreche noch immer vom
getriebelosen Antrieb. Ob diese einfache Idee so verwirklicht
wurde, weiß ich nicht – es ist aber zu vermuten.
Wer mehr über die Zeit der kühnen
Motorradpioniere lesen will, dem sei das Buch “Opa Geuder erzählt”
(Autor: Ernst Geuder) empfohlen – der Leser fühlt sich greifbar in
diese Zeit versetzt. Liest sich gut und ist
kurzweilig, so daß man das Buch am liebsten in einem Zug
durchlesen möchte. Hier werden die Geschichten um diese
abenteuerlustige Gestalten wieder lebendig, die trotz schlechter
Straßen, unzuverlässiger Technik, ohne Werkstatthilfen und allen
Anfeindungen zum Trotz mitgeholfen haben, die Mobilität des
Menschen voranzubringen.
In der Regel
war das nicht der Normalbürger – der hatte weder Zeit noch Geld
und war auch nicht so “verrückt” sich in solche, teils
lebensgefährlichen Abenteuer zu stürzen.
Ich denke
gerade an den Flugzeug-Pionier Otto Lilienthal, als er einmal
gesagt hat: “Opfer müssen gebracht werden” – er hatte damit die
Welt in Erstaunen versetzt - wir wissen aber auch, wie es geendet
hat.
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Foto: Edmund |
Im Eldorado
für Motorradfans
Das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm bietet eine der
größten historischen Sammlungen von Motor- und Fahrrädern in
Deutschland. Angesichts der hier auf 2000 Quadrametern
präsentierten 400 Exponate bekommen nicht nur Biker glänzende
Augen. Nachdem unser Verein im letzten Jahr zum 150. Jubiläum der
Traditionsmarke NSU das Audi-Werk am gleichen Standort besucht
hatte, hatten wir uns in diesem Frühjahr als komplementäre
Veranstaltung eine Führung in diesem ältesten deutschen
Motorradmuseum vorgenommen.

Fotos: Willi |
Am 20. März war es dann so weit. Schon der erste Eindruck ist
bemerkenswert. Die Ausstellung ist in zwei Gebäuden des ehemaligen
Neckarsulmer Deutschordensschlosses untergebracht, die durch ein
modernes Stahlglas-Rampentreppenhaus funktional miteinander
verbunden sind. Im Eingangsbereich empfing uns Sven Heimberger,
der sportlich-jugendlich wirkende Kurator der Sammlung, der sich
als technisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter vor allem um die
Bestandserhaltung der Ausstellungsobjekte kümmert. Selbst ein
begeisterter Motorradfahrer, hält er Kontakt zu Leihgebern,
bereitet die Sonderausstellungen vor, restauriert, recherchiert
und verfasst die Ausstellungstexte - ein absoluter Fachmann also.
Entsprechend sachkundig und gewürzt mit Hintergrundwissen fiel
dann auch die Führung aus, die daneben noch Raum für den Dialog
unter Kennern ließ.

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Der Rundgang begann mit einer
fünfminütigen Filmvorführung im Forum, bei der, wer wollte, auf
festmontierten Maschinen die Simulation einer kurvenreichen
Bergfahrt erleben konnte - eine kleine Werbeshow fürs
Motorradfahren. Ansonsten stimmten Motorradlegenden aus der
Vorkriegszeit wie die Brough
Superior SS 100 Pendine von
1929 auf das Kommende ein. Einen solchen "Rolls-Royce of
motorcycle" fuhr Lawrence von Arabien, der englische Kriegsheld
und Motorrad-Enthusiast, der 1935 mit dieser Maschine leider auch
tödlich verunglückte. In der Sonderausstellung „Innovation.
Wagemut. Transformation. 150 Jahre NSU“ nebenan war u.a. eine
NSU Bullus
zu sehen, benannt nach dem Engländer Tom Bullus, der in den 30er
Jahren des letzten Jahrhunderts damit serienweise Rennerfolge
feierte. Weitere Höhepunkte der NSU-Motorradgeschichte folgten,
wie z. B. die strömungsgünstig verkleidete
NSU Delphin III,
mit der Wilhelm Herz 1956 auf dem Salzsee in Bonneville/USA mit
gemittelten 339,4 km/h einen Motorrad-Geschwindigkeitsrekord
aufstellte. Mit der NSU Baumm
III, dem von Gustav Adolf Baumm
entworfenen "fliegenden Liegestuhl", verbrauchte H. P. Müller -
nahezu auf dem Rücken liegend - im gleichen Jahr sensationelle
1,12 Liter Benzin auf 100 km. Im Zentrum des Interesses standen
weiter die einzigartige NSU 500
Vierzylinder Rennmaschine von
1951 und die NSU Rennmax,
die erste 250-er Straßenrennmaschine mit Viertaktmotor, die ihre
Nennleistung über der magischen 10 000 U/min-Marke erreichte. Auf
ihr wurde Werner Haas 1953 Weltmeister in der 250-er Klasse. Was
Wunder, dass auf der Basis dieser Erfolge NSU Mitte der 1950er
Jahre der größte Zweiradhersteller der Welt war.

Die NSU 500
Vierzylinder Rennmaschine von 1951
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Im großen Ausstellungssaal
tauchte unsere Gruppe anschließend tief in die Geschichte der
Mobilität auf zwei Rädern ein. Es seien nur einige Marksteine der
technologischen Entwicklung erwähnt: Am Anfang standen der
hölzerne "Reitwagen" von Daimler-Maybach aus dem Jahr 1885 und das
ersten Serienmotorrad der Welt von Hildebrand und Wolfmüller (das
übrigens dem "Motorrad" auch den Namen gab). Die
Clément V2
von1902 war die erste Maschine der Welt mit V2-Motor, die
BMW R 32
das erste echte BMW-Motorrad. Vom
Flugzeugbau inspiriert war die
Megola mit ihrem im Vorderrad
eingebautem 5-Zylinder-Sternmotor. Präsentiert wird u.a. eine erst
kürzlich wiederentdeckte Megola Werksrennmaschine von 1922, die 60
Jahre lang verschollen war und im Auffindungszustand belassen
wurde. Unter den vielen herausragenden Motorradmodellen stechen
daneben besonders heraus: die
Captain America, Peter Fondas
Harley Panhead
aus dem Film "Easy Rider" - das
Kultbike schlechthin; die 1975
Hercules W 2000 mit Wankelmotor
oder das Vorserienmodell der 1974
Honda Gold Wing.
Lediglich zehn GL 1000 der Vorserie wurden gebaut, von denen heute
nur noch drei existieren. Das ausgestellte Exemplar ist die Nr. 7.

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Dass die Führung zwar auf 90 Minuten angesetzt war, aber um
einiges länger ausfiel, spricht für ihre Qualität. Anschließend
konnte sich jeder auf eigene Faust in den restlichen Räumen der
Sammlung kundig machen. Auf Interessierte warteten z. B. die
Fahrradausstellung (zu sehen u.a. die Laufmaschine des Freiherrn
von Drais und historische Hochräder) oder auch die
Rennsportabteilung, die den Rennfahrer-Legenden und ihren
Maschinen gewidmet ist.
Zum guten Schluss begab man sich in den stimmungsvollen
historischen Gewölbekeller der "Museumsstuben" nebenan, wo wir
beim gemeinsamen Mahl eine beeindruckende und erinnerungswürdige
Exkursion ausklingen ließen. Dank für die Organisation gebührt wie
immer unserem "Ausfahrts-Beauftragten" Werner Knebel.
(Gemeindenachrichten St. Leon-Rot, 28.03.2024)
Fotogalerie ____________________________
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Neu
in der Fahrzeuggalerie:
MG MGB
Roadster -
MG MGB GT
- VW
Käfer 1303 Cabriolet
-
Mercedes Benz 250 SE Coupe
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Ein Blick
hinter die Kulissen bei Audi in Neckarsulm
(29.11.2023)

Einen
intensiven Einblick in die PKW-Produktion erhielten 25
Veteranenfreunde und -freundinnen am 29. November im Audi-Werk am
Standort Neckarsulm. Man traf sich im repräsentativ-modernen
Audi-Forum, einer vorweihnachtlich geschmückten lichtdurchfluteten
Konstruktion aus Glas, Stahl und Aluminium. Vor der eigentlichen
Werksführung hatte man noch genügend Zeit, sich die aktuelle
Audi-Modellpalette im Erdgeschoss und die historischen Automobile
und Zweiräder im zweiten Obergeschoss anzuschauen. Hier kann man
über hundert Jahre Geschichte motorisierter Fahrzeuge Revue
passieren lassen, die u.a. daran erinnern, dass die Autoproduktion
in Neckarsulm mit NSU begann. Die Ausstellungsstücke dokumentieren
sowohl die Rennerfolge von NSU und Audi als auch die technischen
Innovationen beider Firmen im Fahrzeugbau.

Die
komplizierte Geschichte der Marke mit den vier Ringen von den
Wurzeln um Horch und DKW über die Auto-Union bis zum zweitgrößten
Kraftfahrzeugkonzern in Deutschland zeichnete dann zum Beginn der
eigentlichen Werksbesichtigung der Vortrag unseres Führers nach.
Thematisiert wurde dabei auch die kuriose Entwicklung des
Standortes Neckarsulm von einem Werk für Strickmaschinen zu einer
modernen Automobilproduktion.
Bevor wir den Bus bestiegen, der uns über das weitläufige
Werksgelände kutschierten sollte, wurden wir gebeten, unsere
Handys auszuschalten, um jede Werksspionage auszuschließen. Allein
diese Fahrt war schon eindrucksvoll genug. Das dicht mit
Werkhallen bebaute Gelände erstreckt sich auf rund einer Million
Quadratmetern über die Grenzen Neckarsulms hinweg bis auf die
Gemarkung der Nachbargemeinde Bad Friedrichshall. Hier produzieren
rund 17.000 Mitarbeiter jährlich knapp 195.000 Fahrzeuge der
Modellreihen A4, A5, A6, A7 und A8.
Es folgte ein
Rundgang durch die hochautomatisierten Produktionshallen für
Karosseriebau und Montage. Selbstverständlich ist die Fertigung
nach Bestellung und
Kundenwünschen computergesteuert. Entsprechend ist die
Zusammensetzung der Karosse überwiegend Roboterarbeit. In den
riesigen Hallen herrscht so eine fast unwirklich leise
Geräuschkulisse. Menschliche Arbeitskräfte tauchen vermehrt an den
Fertigungslinien in der Montagehalle auf, in der im
Fünfminutentakt Bauteile des Innenausbaus wie Armaturenbretter
oder Kabelstränge von Menschenhand montiert werden. Am Ende steht
die die sogenannte "Hochzeit", bei der Karosse und Antriebsstrang
zusammengeführt werden, und die Montage der Räder. Die
Endkontrolle schließt die Produktion ab.

Nach zwei
Stunden voller interessanter Informationen und Eindrücke schloss
unsere Besichtigung entspannt und kulinarisch im Forum mit einem
Mittagessen im Restaurant, das den Namen des Rennfahrers Tazio
Nuvolari trägt, der seinerzeit als Werksfahrer der Auto-Union u.a.
den Großen Preis von Italien gewann.
Unser Dank
geht an unseren Vereinskameraden Werner Knebel, der diesen schönen
und erlebnisreichen Tag bei Audi organisierte.
(Gemeindenachrichten St. Leon-Rot, 7.12.2023)

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Direkt am
Wegesrand...
... stehen sie in Reih und Glied:
Porsche-, Fendt- und Deutz-Traktoren am Rundweg um den Kalterer See - eine
herrliche Sammlung für Fans alter Traktoren im Weingut "Spiegelhof".
(Fotografiert im Südtirol-Urlaub 2023)


Fotos: Willi
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